Kunstgeschmack ganz unterschiedlich

Kunstgeschmack ganz unterschiedlich

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Die einen haben ihn, die anderen nicht. Doch wenn dies so einfach wäre, dann würden wir nicht so unterschiedliches in der Kunstwelt erleben. Da gibt es Köpfe, über die ist man restlos einer Meinung. Zu so jemanden zählt Gerhard Richter, ein alter Meister der Malerei. Über andere hat man sich immer wieder gestritten und verstand nicht immer, was letztlich Kunst mit der Politik verbindet. Zu einem Befürworter dieser Richtung galt Josef Beuys. An der Kunsthochschule in Köln unterrichtend, meinte er, dass in jedem ein Künstler steckt, eine politisch gemeinte Äußerung. Mit dieser Aussage waren sicherlich nicht alle seine Kollegen einverstanden. Beuys hatte Freunde und Feinde. Eberhard Richter wohl eher Freunde und Verehrer.

Kunstliebhaber und ihre Favoriten

Die Frage, die sich auch in der Kunst stellt, ob man die moderne Kunst liebt oder aber die alten historischen Gemälder und Skulpturen. Und selbst diese lassen sich in unterschiedliche Kategorien unterteilen. Letztlich ist in der Kunst für jeden Liebhaber etwas zu finden. Die Richtung muss auch nicht immer von allen angenommen werden. Selbst Maler finden ihre Inspirationen aus unterschiedlichsten Richtungen. Die einen lieben religiöse Kunst und zelebrieren diese über die bekannten Rosenbilder. Die anderen sehen sich nach der Ästhetik der Renaissance, eine Stilform, die Griechenland zum Vorbild hatte und diese Reinheit der Formen im späteren Zeitgeist wiedergefunden hat.

Pantomimedarsteller

Kunstgeschmack ganz unterschiedlich - Quelle: Fotolia

Kunst in Europa

Ein Artikel in der www.marken.post.de macht uns auch auf die unterschiedlichen Kunstverständnisse in den europäischen Ländern aufmerksam. Während Hunde und Pferdebilder in der Londoner Szene sehr beliebt sind, weil Engländer grundsätzlich das Landleben schätzen, lieben die Schweizer ihre Berge über alles und lassen diese auch malerisch umsetzen. In Frankreich wiederum liebt man keine Schneebilder, obwohl die Franzosen die Alpen im Osten und die Pyrenäen im Süden haben. Was den deutschen Geschmack ausmacht wird in diesem Artikel leider nicht erwähnt. Wie wäre es mit Landschaftsbildern vom deutschen Buchenwald?

Kunst ist also verschiedentlich zu sehen. Auch hier gibt es Liebhaber oder aber Menschen, die wenig damit anfangen können. Solange die Liebhaber sich um ihre Wertung streiten bleibt viel Bewegung in der Kunst und die Option eine neue Entwicklung herbei zu führen. Noch wissen wir nicht, wohin die moderne Kunst sich entwickeln wird. Aber eins ist sicher, es wird wieder Streiter gefunden sein und mit ihnen viele Liebhaber. Über Kunst lässt sich doch streiten.

Meine Empfehlungen im Web:

28. März 2012
Moderne Kunst – Museum oder Mülltonne

Moderne Kunst – Museum oder Mülltonne

Was Kunst ist, darüber streiten sich die Geister seit Langem. Sind Schimmelskulpturen, Fettecken, in Formaldehyd konservierte Fische oder Kloschüsseln wirklich Kunst? Die Künstler jedenfalls sehen es so und haben ein künstlerisches Konzept für ihre Idee vorzuweisen. Große Namen wie Roth, Beuys oder Duchamps sind mit solchen Kunstwerken verbunden. So manche Putzfrau hat diese Frage allerdings schon negativ beantwortet. Die Fettecke von Joseph Beuys wurde versehentlich vom Putzteam in die Mülltonne gekehrt – und viele andere Kunstwerke, die nicht als solche erkennbar waren, erlitten kein besseres Schicksal. Der finanzielle Schaden ist oft beträchtlich und die Schadenfreude im gemeinen Volk auch. Otto Normalbetrachter meint vielleicht sogar, man könne doch einfach einen neuen Eimer Fett auf den Stuhl von Beuys streichen und gut. Aber ist das dann noch das Original-Kunstwerk? So müsste man dann ja auch mit einem zerstörten Rembrandt umgehen – aber dagegen wird sich jeder verwehren.

Die Kunst der Moderne wirft Fragen auf. Hier werden Holzstapel aufgeschichtet, dort ein Museumsraum mit Erdaushub beschmutzt. Hier werden Millionen gelber Blütenpollen zu einem Farbfeld ausgelegt, dort Tausende von Erdnussflips auf einem Haufen mitten im Raum präsentiert. Und das soll Kunst sein?! Kann man so ein „Kunstwerk“ überhaupt konservieren oder in einen Museumsbestand einlagern – oder kauft man nur die Idee, die zu Präsentationszwecken immer wieder erneuert werden muss? So schwammig, wie der Begriff “Moderne Kunst” ist, so schwammig ist auch zuweilen die Kunst selbst. Sie entzieht sich manchmal jeder stilistischen Einordnung, oft sogar jeder normalen Verkaufsmöglichkeit. Genau deswegen ist die Kunst der Moderne auch so spannend. Sie verwirft alte Begriffe, verlangt uns neue Sichtweisen ab und unterläuft herkömmliche Sehgewohnheiten. Doch moderne Kunst besteht ja nicht nur aus Bildern, Installationen und Filmen. Sie bedient sich heute fast jeden Mittels, um Sichtweisen darzustellen. Letzten Endes geht bei moderner Kunst nicht um das Objekt, durch das sie sich manifestiert, sondern um das dahinter stehende Konzept. Dada wollte sich beispielsweise gegen die damals etablierte Kunst erheben und den Sinn derselben hinterfragen.

Ob ein Kunstwerk im Museum oder in der Mülltonne landet, weiß man nie. Hervorragende Kunstwerke wurden von den Künstlern selbst zerstört, weil sie damit unzufrieden waren. Andererseits werden schlechte Kunstwerke im weltweit einzigen “Museum of bad Art” gesammelt und erfreuen ein wachsendes Publikum, das schlechte Kunst zum Standard erhebt. Jede Zeit prägt ihre Kunst. Vielleicht wäre so manches weltbekannte Kunstwerk irgendwann in der Mülltonne gelandet, hätte nicht ein findiger Galerist oder Kunstkritiker darin eine neue Kunstrichtung gewittert.

16. September 2011